Vogteier ehren ihren großen Heimatforscher

Mit einer steinernen Gedenktafel wurde der Oberdorlaer Heimatforscher anlässlich seines 10. Todestages geehrt. Die Tafel ziert nun die Straßenseite an seinem ehemaligen Wohnhaus in Oberdorla in der Gartenstraße. Angeregt und umgesetzt wurde die Enthüllung der Tafel vom Oberdorlaer Heimat- und Trachtenverein und Uwe Karmrodt. Die Tafel fertigte der Vogteier Steinmetzmeister Achim Ackermann aus Muschelkalk des Hainichs.

Vogteier ehren Paul Karmrodt

Foto: Enkelin Beatrice Olguen-Lichtenberg und Steinmetz Achim Ackermann lassen die neue Gedenktafel für Ortschronist Paul Karmrodt auf sich wirken.

Der Oberdorlaer Paul Karmrodt wurde im Jahr 1920 geboren. Der Berufsschullehrer, Diplomingenieur und Heimatforscher lebte sein Leben mit wachen Augen, Weisheit und Humor. Seine Erlebnisse aus der Vorkriegszeit, im Krieg und in der DDR verarbeitete er in

vielen Geschichten, die er aufschrieb aber auch gern erzählte. Großes Interesse hatte er  an der Geschichte seiner Heimat. Besonders gern gab Paul Karmrodt sein Wissen und seine Weisheit an Kinder und Enkel weiter. Von all dem erzählten bei der Enthüllung der Gedenktafel die Enkelin Beatrice Olguen-Lichtenberg und Uwe Karmrodt in ihren Beiträgen. Uwe Karmrodt erfuhr als Nachbarsjunge von “Onkel Paul” viel über Heimatgeschichte. Seit damals interessiert auch er sich für die Geschichte der Vogtei. Beatrice Olguen-Lichtenberg war mit ihrer Schwester Alice Lichtenberg angereist.

Achim Ackermann, Alice Lichitenberg und Beatrice Olgun-Lichtenberg

Foto: Achim Ackermann und die Karmrodt-Enkelinnen Alice Lichtenberg und Beatrice Olgun-Lichtenberg

Die Liste der Veröffentlichungen von Paul Karmrodt ist lang. Er schrieb über die Müller und Mühlen der Vogtei, über die Vogteier und ihren Hainichwald und über die Sitten und Bräuche in seiner Heimat. Außerdem beschäftigte er sich mit dem Schicksal von  Vogteier Auswanderern nach Amerika. Karmrodt verfasste eine Oberdorlaer Kirchengeschichte und begann, eine Oberdorlaer Dorfgeschichte zu schreiben. Seine heimatkundlichen Arbeiten füllen 20 Bände. Der Oberdorlaer Trachten- und Heimatverein unter seinem Vorsitzenden Konrad Seidel wird die Arbeit von Paul Karmrodt weiterführen. Das versprach Vorstandsmitglied Hans Werner Schuhmann, und Uwe Karmrodt bestätigte es in seiner Rede.

Für die Kreisarchivarin des Unstrut-Hainich-Kreises Regina Hornischer war es wichtig, dabei zu sein: “Ich möchte die Arbeit von Paul Karmrodt und aller Ortschronisten ehren.”

“Als Gemeinde muss man einfach froh sein, dass es solche Leute gibt. Mit Geld ist das nicht zu bezahlen”, sagte der Oberdorlaer Ortsteilbürgermeister Thomas Golebniak (pl).

Der Oberdorlaer Heimat-Trachtenverein begleitete die kleine Feier zur Enthüllung der Tafel mit Vogteier Liedern. Gesungen wurde unter anderem das Lied der Vogteier “Vorm Hainichwald gen Osten”. Der zehnjährige Christoph Martin Kleinschmidt aus Oberdorla trug ein Gedicht auf Vogteier Platt vor.

Michael Zeng