Junge Frau aus Langula reitet bis an die Ostsee

Mit ihrem Pony Shaila war die 18-jährige Abiturientin Lea Oppel oft in ihrer Heimatregion der Vogtei unterwegs. Eines Tages kam ihr die Idee, einfach weiter zu reiten, weit weg von zu Hause.

„Einmal etwas allein zu machen, ohne die Eltern und ohne ihren Freund“. Nur die Mutter wurde eingeweiht. Die hatte Angst um ihre Tochter, schließlich ist das nichts Alltägliches.

In diesem Sommer reitet sie los.

Etwa 500 Kilometer sind es von ihrem Heimatdorf Langula bis an die Ostsee, nach Graal-Müritz. In 13 Etappen hat sie es geschafft. Nur einmal legt sie einen Ruhetag ein, den sie zusammen mit ihrem Freund verbringt. Meist wusste sie am Morgen nicht, wie weit sie kommen würde, und ob sie ein Nachtlager für sich und ihr Pony finden würde. Doch meistens klappte es gut. Die Menschen nahmen sie fast immer freundlich auf. Sie fand eine Koppel für ihre Shaila und eine Unterkunft für sich.

Das Tier schien die Strapazen und außergewöhnlichen Situationen gut zu bewältigen. Schließlich ist eine Fähre über die Elbe eine Herausforderung für ein Pony.

Manchmal hatte Lea den Gedanken, das Ganze mit einem Anruf an ihren Vater zu beenden. Doch dann ritt sie doch weiter bis ans Ziel. Pferd und Reiterin waren auch „ganz schön kaputt“, als sie an der Ostsee ankamen. Zum ersten Mal hatte das Pony Hufeisen bekommen, sogar Stollen daran. Die waren dann zu Hause komplett abgelaufen.

Die Familie holte sie am Ziel ab, und unter den Augen der staunenden Beobachter am Strand von Gelbensande ritt Lea weit ins Meer. Reiterin und Pferd müssen schwimmen. Das war für die junge Frau der bewegendste Moment der ganzen Reise mit dem Pony an die Ostsee.