Elektronische Schnitzeljagd entlang der Vogteier Bimmelbahn (TA)

Heyerode. Wie es war, als die Strecke der „Vogteier Bimmelbahn“ noch genutzt wurde, erzählte Edwin Schnepf aus Langula seinem „Ersatzenkel“ nur all zu gern.

Der jetzt in Bad Langensalza wohnende Ralf Wehr wuchs in der Nachbarschaft auf. Er hörte sehr gern die Geschichten, die sein Opa Schnepf ihm von der Bahnstrecke erzählte. Außerdem ist es die jetzige Tätigkeit als Planungsingenieur für Leit- und Sicherheitstechnik, die ihn tagtäglich mit dem Bahnwesen in Kontakt bringt.


Als Ausgleich zu seiner beruflichen Tätigkeit und auch, um Zeit mit der Partnerin und Freunden in der Natur zu verbringen, hat sich der Bad Langensalzaer im Jahr 2012 neben dem Klettern auch dem Geocachen verschrieben, einer Schnitzeljagd nach geografischen Koordinaten. So lernt man bei diesem Hobby Orte kennen, die man sonst nie besucht hätte. Auf die Frage, wie es dazu kam, dass das Pärchen sich entschied, selbst einmal einen Cache anzulegen, sagte er: „Es ist die regionale Geschichte, die uns begeistert und die Möglichkeit, mittels einer solch komplexen Geocachestrecke mit historischem Hintergrund anderen Menschen, die auch diesem Hobby frönen, unsere Heimat zu zeigen. Intention war es außerdem, erst einmal bekannt zu machen, dass eine solche technisch, architektonisch und landschaftlich interessante Bahnstrecke wie die der Vogteier Bimmelbahn von Mühlhausen nach Treffurt überhaupt existierte.“


Natur und Architektur als reizvolles Zusammenspiel


Das Erarbeiten des knapp 32 Kilometer umfassenden Streckenverlaufs, der 31 Geocacheverstecke beherbergt, dauerte etwa vier Wochenenden. Einen Tag Urlaub nahm sich der gebürtige Langulaer, um endlich die Strecke von Treffurt bis Mühlhausen mit dem Rad abzufahren, um sie fertigzustellen und abschließend zu testen.


Der Cache existiert seit Mai letzten Jahres. Die beiden jungen Leute erhielten seither ausschließlich positive Resonanz. Die Entfernung der einzelnen Verstecke und der Umfang des Verlaufs machen diesen Cache zu einer idealen Ausflugsmöglichkeit für passionierte Radfahrer, die ihren Sport mit der modernen Schatzsuche in der Natur verbinden möchten.


Als für sich schönsten und interessantesten Streckenabschnitt der im Frühjahr und Sommer 1911 durch die Preußische Staatsbahn in Betrieb genommenen Bahnstrecke empfinden Ralf Wehr und Constanze Kohlhaus das Teilstück zwischen dem Bahnhof Heyerode und Langula, da hier „mehrere interessante Komponenten zusammenfinden: die Natur und Landschaft, aber auch die architektonisch interessanten Bauwerke. Zum einen meine ich den Hainich und den Blick über die Landschaft der Vogtei, wenn man diesen in Richtung Langula verlässt. Zum anderen sind es die Brücken innerhalb dieses Streckenabschnitts, an denen sozusagen noch Rußspuren von den Dampfloks zu sehen und spüren sind“, schwärmt der Planungsingenieur.


Heidi Zengerling / 06.03.15 / TA