Ableger vom ältesten Baum Europas am Opfermoor gepflanzt

Ein Ableger von Europas ältester Eiche wächst nun am Vogteier Opfermoor. Peter Röös aus der Nähe von Weimar hat den Ableger aus einer Eichel gezogen. Der Mutterbaum ist die tausendjährige Stieleiche (Quercus robur), die im Dorf Nöbdenitz bei Altenburg steht.

Ableger der ältesten Eiche Europas am Opfermoor gepflanzt

Von links: Matthias Stollberg, Peter Röös, Susanne Merten, Rüdiger Nöthling

In zehn Jahren wuchs im Garten von Röös aus der Eichel ein Baum. Die etwa drei Meter hohe junge Eiche wurde nun am Opfermoor eingepflanzt. “Es ist eine gute Tradition, dass man zu bestimmten Ereignissen einen Baum pflanzt”, sagte der Spender des Baumes. Der Anlass ist für ihn das 25-jährige Jubiläum des neuzeitlichen Opfermoors Vogtei. Manchen Forscher halten die Nöbdenitzer Eiche für 1400 Jahre alt. Sie könnte aus einer Zeit stammen, in der das alte Opfermoor noch kultisch genutzt wurde.

Röös stammt aus Xanten am Niederrhein, wohnt aber seit einiger Zeit in Thüringen und arbeitet als Verwaltungsjurist. Er ist “generell” an Heimatkunde interessiert. Seine Wahlheimat Thüringen ist für Röös ein “reiches Kulturland”. Für ihn ist klar: “Das Opfermoor muss man einfach kennen, wenn man sich kulturell interessiert.”

Beim Setzen der jungen Eiche halfen Mitarbeiter Rüdiger Nöthling und Geschäftsleiter Matthias Stollberg vom Opfermoor. Dabei war auch Naturparkführerin Susanne Merten. Sie hatte mit ihrem Lebensgefährten eine Esche und einen Holunderbusch gepflanzt. Seit vielen Jahren leitet sie die Feier zur Wintersonnenwende am Opfermoor.

Die Eiche von Peter Röös steht in der Nähe des Tempels der kleinen Göttin, die Bäume von Susanne Merten am steinernen Altar.

Vor kurzem wurden am Opfermoor alle großen Weiden gefällt. Das Gelände mit den Kultstätten sieht nun kahl aus. “Die Baumfällarbeiten waren nötig, um eine sichere Begehbarkeit zu gewährleisten”, erklärte Geschäftsleiter Matthias Stollberg. Durch den Weidenbohrer, eine Raupe, wären viele Bäume schon tot gewesen. Bei starkem Wind können Äste abbrechen und Besucher und Mitarbeiter gefährden. “Wir wünschen uns nun einen neuen schönen Baumbestand. Eichen, Eschen und Linden haben mythologische Bedeutung”, sagt Stollberg.

Michael Zeng