Hiesige Bruteier für Osterküken sind in ganz Europa beliebt (TA)

Landkreis. Nachdem der Geflügelzüchter Christian Ludwig aus Niederdorla im vorigen Herbst mit seinen orangefarbig-gebänderten Zwerg-Wyandotten in Leipzig Bundessieger geworden war und zuvor auch schon auf der Hauptsonderschau in Fallersleben beim Wolfsburg für entsprechendes Aufsehen sorgte, lief bei ihm das Telefon heiß. (TA)

Denn Zuchtfreunde aus ganz Deutschland und aus dem europäischen Ausland seien fortan regelrecht „verrückt“ nach Bruteiern seiner ausgezeichneten Hühner gewesen.


Spätestens von der Veröffentlichung des bilderbuchmäßigen Rassehahns in der Fachpresse der Rassegeflügelzüchter war dann auch Johannes Markus aus Herzlake von den Zwerg-Wyandotten begeistert. „Die Hühner haben mir so wunderbar zugesagt“, erklärte der 68-jährige Hobbyzüchter aus dem Emsland und ließ sich 25 Bruteier von Christian Ludwig aus Niederdorla schicken. Er wolle mit frischem Blut seine Zucht weiterführen. Pünktlich zu Ostern sollen die Küken bei dem niedersächsischen Züchter schlüpfen.


Begehrte Fracht ist in Dänemark eingetroffen


Auch Børge Gravesen aus dem Norden Dänemarks hofft auf entsprechende Nachkommen der ausgezeichneten Niederdorlaer Rassegeflügelzucht. Per Post seien 30 Bruteier auf die Reise gegangen und nach nur zwei Tagen in Dänemark eingetroffen, ließ sich Christian Ludwig bestätigen. Der Herr aus Dänemark wollte ursprünglich sogar selber nach Niederdorla kommen und die begehrten Eier abholen. Weitere Anfragen kamen aus Österreich und Schweden. „Ich hätte 500 Eier verschicken können, aber so viele Hühner hab‘ ich gar nicht“, musste der Niederdorlaer vielen Züchtern absagen.


Erfahrungen mit dem Versenden von Bruteiern hat auch der Züchter Hans-Joachim Güntherodt aus Beberstedt. Damit die empfindliche Fracht möglichst unversehrt bei den Empfängern ankommt, hat sich seine Frau Paula auf die Verpackung der heiß begehrten Bruteier spezialisiert. Luftpolsterfolie oder beispielsweise Holzwolle allein würden nicht ausreichen. Zusätzlich werde nämlich jedes einzelne Ei in eine Papierserviette gewickelt.


Der Austausch von Bruteiern sei ganz entscheidend für den genetischen Fortbestand der jeweiligen Rassen, so Hans-Joachim Güntherodt. Vor allem gehe es darum, die alten Rassen als ein Stück Kulturgut zu erhalten. „Wir haben in unserem Kreis eine ganze Reihe von Spezialzüchtern“, erinnerte der Ehrenvorsitzende des Kreisverbandes Mühlhausen der Rassegeflügelzüchter. Er selber habe jetzt beispielsweise erneut Krüper-Eier zu einem Züchter ins Sauerland geschickt. Denn die Herkunft jener deutschen Landhuhn-Rasse sei das Bergische Land. Und in der Vergangenheit habe er Geflügelzüchter in Deutschland, aber auch in den Niederlanden, Tschechien, Frankreich und Dänemark mit Bruteiern von Hühnern sowie der weißen Landenten mit Haube versorgt.


In der Osterwoche gibt es Eier für den Osterkorb


Reinhard Ludwig aus Niederdorla wiederum hat diesmal bei einem Geflügelzüchter im niedersächsischen Wolfsburg Bruteier von Welsumer Hühnern geordert. So können es der Senior, sein Sohn und die Enkel jetzt kaum erwarten, bis die ersten Küken des Jahrgangs 2015 schlüpfen. Gleich mehrere Brutapparate haben die Ludwigs derzeit im Blick, damit alles wie am Schnürchen klappt. Vor allem aber muss die Bruttemperatur von exakt 37,9 Grad Celsius eingehalten werden.


In der Osterwoche würden allerdings keine Bruteier verschickt, schränkt Hans-Joachim Güntherodt ein. Denn dann wolle man jeweils die Familie und Freunde mit frischen Eiern für den Osterkorb versorgen.

Reiner Schmalzl / 25.03.15 / TA