Märchen und Ausstellung gehören beim Hoffest dazu

Die Kirchgemeinde von Niederdorla feierte auch in diesem Jahr wieder ihr Hoffest mit einem Gottesdienst, einer Ausstellung, einer Kaffeetafel und einem Märchen. Immer zum zweiten Advent gibt es Spaß und Freude auf dem Pfarrhof und im Jugendheim. Auch der Gottesdienst ist deutlich besser besucht. Etwa 200 Menschen beteiligten sich als Gäste, Helfer, Schauspieler und Musiker. Alle feiern zusammen, sind besinnlich und haben Spaß am Märchenspiel.

Hoffest 2017

Anneliese Ludwig und Heiko Tautor hatten ihren Spaß am Märchenspiel

Hoffest 2017

Karin Liebetrau und Angelika Neumann interessieren sich für die über 30 Krippenspiele, die in der Kirche ausgestellt wurden.

Den Gottesdienst begann Pfarrerin Sylke Klinger nachdenklich: “Wir mögen die romantischen Erinnerungen an Weihnachten in Kindertagen und können doch oft nicht mehr wie Kinder vertrauen.” Zu dieser Aussage fand die Pfarrerin Fragen und Antworten in ihrer Predigt. Sie sprach über die fünf Strophen des Liedes “Wie soll ich dich empfangen”. Paul Gerhardt dichtete 1653 dieses Lied des evangelischen Gesangbuches. Die Gemeinde sang eine Strophe, die Pfarrerin interpretierte den Text. “Das Lied passt zum Advent”, sagte Klingner. Im Text wird Gott zu einem “Du” und dadurch ansprechbar. “Im Advent können wir uns bereit machen, Gott als Kind in der Krippe zu begegnen”, führte die Pfarrerin ihre Gemeinde in den Advent.

Der Niederdorlaer Gesangverein begleitete den Gottesdienst. Der gemischte Chor sang von der obersten Empore auf der Ebene der Orgel. Der Klang von “Leise rieselt der Schnee” und “Bald nun ist heilige Nacht” breitete sich von oben aus über die gesamte Kirche. Andächtig lauschten alle der alten Orgel, die seit Ostern wieder erklingt. Neben dem Gottesdienst lockte eine Krippenausstellung in das Gotteshaus. Über 30 Krippenspiele aus aller Welt und in vielen Formen und Materialien gab es zu sehen. Die Kunstwerke stammen aus Sammlungen von Menschen aus Niederdorla. Es gab Krippenspiele aus Holz aber auch aus Kork, Glas, Kristall und verschiedenen Materialien.

In der kalten Kirche saßen alle gut auf der Sitzheizung. Seit kurzem gibt es dazu auch noch Decken. Nach dem Gottesdienst strömten die Besucher ins Jugendheim zu Kaffee und Kuchen. Gebacken hatten Frauen aus dem Dorf. Sieglinde Fischer-Krieg bedankte sich im Namen des Kirchenrates bei allen Helfern und Sponsoren. Nur wenn viele mitmachen und mithelfen ist sowas möglich. Auf dem Pfarrhof gab es Glühwein und Rostwurst. Das tat allen gut bei minus drei Grad Frost und Schneefall. Erst am späten Abend taute es wieder.

Den Hut auf hatte der Gemeindekirchenrat unter Leitung von Doris Schulz. Leider erkrankte Schulz am Morgen vor dem Fest. Aber die große Lücke konnte geschlossen werden. Viele halfen mit. So übernahm Alien Kottek kurzfristig die Rolle von Doris Schulz im Märchenstück “Die goldene Gans”. Alien spielte Mutter und Vater gleichzeitig. Sie sprach den Text des Vaters einfach mit.

Das Märchen war wieder ein voller Erfolg. Gespielt wurde wie immer auf dem Pfarrhof unter freiem Himmel. Darsteller und Publikum waren für jedes Wetter gerüstet. Die urigen Gebäude des Pfarrhofes werden als Kulissen genutzt. Und die Zuschauer stehen quasi mitten im Stück. Dadurch hat das Märchenspiel einen besonderen Effekt. Es ist, als erlebten alle das Geschehen mit, als wären alle mit dabei.

Die 17 großen und kleinen Schauspielerinnen und Schauspieler hatten ihren Spaß an den Abenteuern des Dümmlings mit der Goldenen Gans (Heiko Tautor). Am Schluss war er der Schlauste. Und weil er ein guter Mensch war, bekam er die Prinzessin (Christine Schulz). Er hatte sie zum Lachen gebracht. Der gute Geist des Hainichs (Karolin Schill) war auf seiner Seite. Das Publikum ging mit. Jede Anspielung auf die Gegenwart im Dorf wurde begeistert aufgenommen. Als der faule Bruder (Sabine Muder) des Dümmlings sich mit der Axt verletzte, seufzte die Mutter (Alien Kottek): “Und immer noch kein Arzt im Dorf”. Das Lachen zeigte, es war auch ein Märchen für Erwachsene. Alle hatten ihren Spaß. Bis zu ihrem Krankwerden führte Doris Schulz die Regie.

Die Balustrade an der Scheune des Pfarrhofes bildet eine Empore über dem Pfarrhof. Dort residierten während des Märchens der König (Ludwig Götz), die Prinzessin und der Hofnarr (Günter Schlaffke). Nach dem Stück sorgten von dort oben heimische Blasmusiker für eine schöne Atmosphäre. Das Hoffest war wieder eine runde Sache.

Michael Zeng

Vogteizeitung.de