Luthers Besuch in der Region gedacht

Mit einer Andacht auf dem Anger in Oberdorla feierte die Dorlaer Kirchgemeinde die Eröffnung des Lutherwegs durch unsere Region. Höhepunkt war am Nachmittag ein Festgottesdienst am Craulaer Kreuz. Gedacht wurde des Besuchs Luthers in Langensalza am 29. Mai 1516.

Pfarrerin Sylke Klingner hält Andacht auf dem Anger

(Foto: Pfarrerin Sylke Klingner hält Andacht auf dem Oberdorlaer Anger)

Zur Andacht auf dem Anger kamen Christen aus Ober- und Niederdorla. Insgesamt saßen über vierzig Vogteier auf den Holzbänken vor dem Angertisch auf der Tanzfläche. Nicht wenige waren aus Niederdorla gekommen. Der Angertisch war geschmückt mit Blumen, einem dekorativen Kreuz und einer großen Kerze in einer Glasvase. Für Musik sorgte der Posaunenchor, die Musiker des Evangelischen Bläserkreises Oberdorla unter Leitung von Martin Melzer. Der hatte Geburtstag und bekam von allen „viel Glück und viel Segen“ gesungen.

In ihrer Andacht sprach die Dorlaer Pfarrerin Sylke Klingner von Luthers Testament. Luther vermachte all seinen weltlichen Besitz seiner Frau. Das war damals ungewöhnlich. Die Witwen bekamen eigentlich nur zurück, was sie bei der Hochzeit einbrachten. Noch ungewöhnlicher war Luthers Testament zugunsten seiner Frau, weil er ehemaliger Mönch war und sie eine ehemalige Nonne. Das war auch nach der Reformation den Zeitgenossen bewusst.

Auch sein geistiges Erbe beschrieb Luther in seinem Testament. Drei Aufgaben vermachte er den evangelischen Christen: Gott vertrauen. Gott bezeugen. Gottes Wahrheit weitersagen.

Genau 500 Jahre ist Luthers Besuch her. Im Auftrag der Erfurter Niederlassung der Augustinermönche visitierte Luther in Langensalza das Augustiner Eremitenkloster. Das heißt, Luther kontrollierte am Ort, ob alles in Ordnung war. Nach zweistündiger Visitation hatte Bruder Martin nichts zu beanstanden. Das geschah am 29. Mai 1516. Luther selbst war noch Augustinermönch in Erfurt. Die Reformation noch weit weg.

Genau fünf Jahrhunderte später feiert die Region den Besuch Luthers. Höhepunkt ist ein Festgottesdienst am Craulaer Kreuz. Dorthin pilgern Menschen aus unserer Region. Kirchgemeinden der Umgebung gaben etwas von ihren Altären zum Aufbau des Altars am Craulaer Kreuz. Die Kirchgemeinde Oberdorla gab eine Kerze vom eigenen Altar. Andere gaben das Kreuz oder die Decke und weiteres.

Von Mühlhausen aus bewältigten viele die 18 Kilometer lange Strecke mit den Rad. Die Vogteier pilgern von Kammerforst aus.

Mit Festgottesdienst und Pilgerfahrt wird auch der letzte Abschnitt des Lutherwegs eingeweiht. Er führt von Mühlhausen nach Bad Langensalza. Beide Städte sind durch die Reformationsgeschichte verbunden. Luther besuchte Langensalza, in Mühlhausen wirkte Thomas Müntzer.

Gegen Ende der Andacht sangen die Vogteier auf dem Anger das Lied 362: Ein´ feste Burg ist unser Gott. „Wir kennen das Lied alle. Es geht nicht ohne“, sagte Pfarrerin Klingner dazu.

Auch das nächste Lied kannten viele: „Möge die Straße uns zusammenführen“, klang es aus der Niederdorlaer und Oberdorlaer Ecke. Gott hat´s gehört.

Nach den schönen Musikstücken wollten die Vogteier eine Zugabe: „Ham, wir noch eins?“ Der Posaunenchor hatte. Sie spielten „Ein Sommerlied“.

Der evangelische Bläserkreis aus Oberdorla sorgt für die musikalische Begleitung unter Leitung von Martin Melzer, rechts.)

Der evangelische Bläserkreis Oberdorla

Michael Zeng

Vogteizeitung.de