Genosse Don Camillo im Orgelkino gezeigt

Der Freundeskreis Alte Orgel Niederdorla lud am Freitag, dem 30. Januar, zum fünften Orgelkino ein; diesmal im Jugendheim des Vogteidorfes. Gezeigt wurde der fünfte Film mit Don Camillo und Peppone: „Genosse Don Camillo“. Der Eintritt war wie immer frei, jedoch wurde um Spenden für die Reparatur der alten Reubke-Orgel gebeten. Das Instrument ist seit über 30 Jahre verstummt.

Vorbereitungen zum fünften Orgelkino

(Bild: Constance Unger, Karl-Heinz Fenkl, Oliver Adam, Doris Schulz und Larissa Frohn vom Freundeskreis bereiten das Orgelkino vor und genießen den Spaß dabei.)

Die komplette Reparatur wird 130.000 Euro kosteten. Bereits über 30.000 Euro wurden seit Frühjahr 2013 gesammelt. Unterstützt wird das Orgelprojekt außerdem von Geldern aus Stiftungen und Fördertöpfen. Doch bis zum Erreichen der Gesamtsumme wird noch viel Geld benötigt.

Trotzalledem begann der Orgelbauer mit der Sanierung der Orgel. Der Spieltisch ist schon in Arbeit und kommt bald aus der Werkstatt zurück. Mit dem Spieltisch bedient der Organist die 512 Pfeifen der Niederdorlaer Orgel. Als besondere Geschenkidee kann man gegen eine Spende eine Patenschaft für eine Orgelpfeife übernehmen.

Nicht nur durch Patenschaften, auch durch Veranstaltungen wie Benefizkonzerte in der Niederdorlaer Kirche werden Spenden für die alte Orgel gesammelt. „Wir wollen für die Spenden etwas bieten“, lautet das Motto des Freundeskreises.

Das Orgelkino wird vom Orgelkreis selbst organisiert. Oliver Adam übernahm dabei die Technik. Um die Formalitäten und Rechte der öffentlichen Aufführung kümmerte sich Constance Unger. „Das hat lange gedauert. Ich musste viel recherchieren und hart am Telefon verhandeln“, sagte Unger. Gelohnt hat es sich aber allemal.

Bei vielen Zuschauern wecken die Don-Camillo-Filme Kindheitserinnerungen. „Ich weiß noch, wie die ganze Familie vorm kleinen Schwarz-Weiß-Fernseher saß“, meitne Angelika Schlaffke. „Wir waren immer für Don Camillo!“ In den Filmen geht es um die herzliche Hassliebe zwischen dem katholischen Dorfpfarrer und dem stalinistisch-kommunistischen Bürgermeister in Norditalien der Nachkriegszeit bis in die frühen 60er-Jahre. Lustiges Augenzwinkern und große Herzen siegten aber immer über das gegenseitige Ärgern und Intrigen.

„Wenn sich Ostdeutsche über 45 in einem kirchlichen Jugendheim diese Filme anschauen, entsteht eine besondere Atmosphäre“, meinte ein Zuschauer. Es gab viel Gekicher und Lachen, doch erinnerten sich viele nachdenklich an den Stalinismus zur DDR-Zeit. Beim Orgelkino wurde nun darüber gelacht.

Weitere Aktionen wie ein Frühlings- und ein Sommerkonzert, sowie eine große Tombola mit Preisen und Sponsoren sind in Planung.

Weitere Informationen zum Orgelkreis Niederdorla im Internet auf www.orgel-niederdorla.de

Foto und Text Michael Zeng