Vogteier Sangeskunst in leuchtenden Farben

Auch zum 17. Liederabend des Niederdorlaer Gesangvereins war wieder die Begeisterung groß im Saal des Landhotels Am Mittelpunkt in der Vogtei. Die gemischten Chöre aus Niederdorla und Körner und das Quartett “Daniela Stechbart and Friends” bereiteten dem Publikum einen schönen Abend. Der Saal war gut gefüllt.

Gesangverein Niederdorla Oktober 2018

Die Leiterin des Niederdorlaer Chors Viola Koppe war beim Liederabend in ihrem Element.

Die Leiterin des Niederdorlaer Chors Viola Koppe war beim Liederabend in ihrem Element.

Bei einigen Liedern griff Daniela Stechbart, die Leiterin des Chors aus Körner, zum Akkordeon.

Bei einigen Liedern griff Daniela Stechbart, die Leiterin des Chors aus Körner, zum Akkordeon.

Die Mühlhäuser Musikern Daniela Stechbart (Mitte) belebte ein früheres Akkordeonquartet mit ihrem Mann Oliver, Barbara Winkler und Susan Lutze an der Violine.

Die Mühlhäuser Musikern Daniela Stechbart (Mitte) belebte ein früheres Akkordeonquartet mit ihrem Mann Oliver, Barbara Winkler und Susan Lutze an der Violine.

Für den Vogteier Chor standen 30 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne. Der Chor aus Körner trat mit 20 Mitgliedern auf. Die musikalischen Gäste sangen Lieder zum Thema Wind. Der wehte nun musikalisch durch den Saal, mal stürmisch, mal zart, mal bunt und wild. So beschrieb es Daniela Stechbart. Sie leitet seit 17 Jahren den Chor aus Körner. Fröhliche Lieder wie “Der Wind der alte Musikant” und traurige Lieder, wie “In Mutters Stübele da geht ein Wind” wechselten sich ab. Weitere Lieder kamen aus Skandinavien und Osteuropa.

Nach den beiden Chören musizierte ein Quartett aus Violine, zwei Akkordeons und wahlweise Keyboard oder Tuba. Daniela Stechbart spielte das eine Akkordeon. “Ich habe einfach meine Freunde gefragt, ob wir zusammen Musik machen wollen”, erklärt die charmante Musikerin, die in Mühlhausen wohnt. Ihr Mann Oliver spielte Keyboard und Tuba, Barbara Winkler spielte das zweite Akkordeon und Susan Lutze die Geige. Gegeben wurden Tänze aus Israel und Osteuropa. Die Musik riss alle mit. Beim berühmten Walzer Nummer zwei von Dmitri Schostakowitsch wiegte sich das Publikum im Dreivierteltakt.

“Unser Prinzip hat wieder funktioniert”, freut sich Viola Koppe die Chorleiterin des gemischten Chors von Niederdorla. Zuerst begrüßen die Gastgeber das Publikum, dann treten die Gäste auf und anschließend wieder der Niederdorlaer Chor. Laut Koppe wird als “Sahnehäubchen” immer eine kleine Musikformation eingeladen. Diese  bildet den Höhepunkt des Abends. Das Publikum weiß das Konzept zu schätzen. Der Saal ist jedes Jahr gut gefüllt.

Durch das Programm des Niederdorlaer Chors führte elegant Elke Bergt. “Das Auge hört mit”, zitierte Elke Bergt die Chorleiterin Viola Koppe.

Der Niederdorlaer Chor präsentierte seine neue Chorkleidung. Das sind diesmal zwei Garnituren, einmal schwarze Blusen und Hemden und Hosen. Die Frauen tragen dazu bunte Tücher, die Männer tragen Fliegen in leuchtenden Farben. Die Frauen stehen vorn auf der Bühne, ihre Tücher bilden einen Regenbogen. “Das ist für feierliche Gelegenheiten”, erklärt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Michael Mähler. Für “legere Anlässe” tragen die Vogteier seit September T-Shirts in leuchtenden Farben des Regenbogens.

Die Vogteier bauten wieder ihre Heimat in ihr Programm ein. So sangen sie das bekannte “Hab mein Wagen vollgeladen” in einem Arrangement des Komponisten Gunter Erdmann, der aus Oberdorla stammt. Gunther Erdmann (1939-1996) gilt als bedeutender Komponist von Chormusik für Kinder und Jugendliche. Nach ihm ist ein Preis benannt für musikalische Arbeit mit Kindern. “Unsere Männer freuen sich sehr auf das Lied, sie dürfen die Melodie singen”, erklärte Elke Bergt dem Publikum. Dafür stellte die Sopran-Stimme hohe Anforderungen an die Frauen. Alles klappte hervorragend.

Der heimliche Höhepunkt für Sängerinnen und Sänger und das Publikum ist das gemeinsame Singen von Gastgebern und Gästen auf der kleinen Bühne. “Weil jeder der beiden Chöre das kann, gelingt das einfach nur nach Absprache der beiden Chorleiter”, verrät Daniela Stechbart. Wenn fünfzig Menschen im relativ kleinen Saal gut singen, ist das Gänsehaut pur. So zu hören gab es “Audite silete” von Michael Praetorius und “Si ma ma kaa”, ein Kinderlied aus Afrika. “Ich finde es schade, dass keiner das aufgenommen hat. Das wäre bestimmt eine gute Aufnahme geworden”, meinte eine Sängerin aus Körner danach am Tisch.

Michael Zeng