Kirmes in Oberdorla: Doppelt so viele Tanzpaare als noch vor Jahren

Seit 90 Jahren wird in Oberdorla die Kirmes im heutigen Stil gefeiert. Die Kirmes oder Kirchweh ist die Feier zur Erinnerung an die erste Einweihung der heimischen Kirche. Die wird in allen drei Vogteidörfern in diesem Jahr zum 743. Mal begangen.

Rechnungsgesellschaft Oberdorla 2016

Bild: Die Rechnungsgesellschaft Oberdorla 2016

Die Geschichte der Kirmes in den vergangenen 90 Jahre hat der Oberdorlaer Eckhard Naumann erforscht. Er befasst sich seit längerer Zeit mit der Geschichte des Ortes und ist stolz auf sein Heimatdorf.

Früher war es lediglich den Kindern vorbehalten, auf dem Anger zu tanzen. Die Jugendlichen wählten jeweils zwei Platzmeister und zwei Ehrendamen, die sich um die Organisation des Festes kümmern. Alle Jugendlichen, die zusammen feiern, teilen sich die Kosten. Deshalb heißt das Ganze „Rechnung“ und die Gemeinschaft der Jugendlichen „Rechnungsgesellschaft“. Das gibt es in allen drei Vogteidörfern.

Vielen Bräuche werden beachtet und Traditionen gelebt. Zur Kirmes gehören auch die Tanzabende auf dem Saal und die Nachmittage auf dem Anger, der Laternenumzug für die Kinder, das Bringen von Ständchen und die Hammelfahrt durch alle drei Vogteidörfer am Montag. In mehreren Kutschen geht es zu den Kneipen der anderen Vogteier Dörfer.

Platzmeister und Ehrendamen in Oberdorla sind in diesem Jahr Dennis Karmrodt und Eric Muder, Lisa Karmrodt und Imke Stiefel. Sie sind zwar keine Paare aber sie verstehen sich gut . Dabei ist die Namensgleichheit purer Zufall. Den Namen Karmrodt gibt es oft in der Vogtei.

Die jüngsten und neuen männlichen Mitglieder der Kirmesrechnung müssen sich ihre Mitgliedschaft erst verdienen. Sie müssen beim „Wagenwaschen“ am Samstagmorgen einen kleinen Wagen oder Anhänger im Siebenmühlenbach reinigen.

Die Tanz aufspielen werden die Band „Yellow“ und den „Hainichmusikanten“.