Erstes Fest am Mittelpunkt - eine Rückschau

Die großen Vogteier Mittelpunktfeste werden alle fünf Jahre gefeiert. Dazwischen wurde aus dem Triathlon andersrum und dem Tag der Vereine nun zum ersten Mal das Fest am Mittelpunkt, vom 7. bis 9. Juli 2017. Von Freitag bis Sonntag war allerhand los in Niederdorla. Es gab neben Musik, Tanz und Sport auch viele Aktionen der Vereine. Am Freitag gabs Disco am Mittelpunkt: MidPoint BEATZ & Phillip Georg legten Platten auf. Am Samstagabend spielte im Zelt am Mittelpunkt Zwei gegen Willy, eine Partyband aus Thüringen.

Urte Görmar unterhält mit Märchen zu den verschiedenen Bäumen ihres Gartens.

Urte Görmar erzählt Märchen zu verschiedenen Bäumen ihres Gartens.

Bobbys Telefonorchester gibt ein Platzkonzert in der Gartenkneipe.

Bobbys Telefon-Orchester gab ein Platzkonzert.

In ihrer Predigt beim Gottesdienst am Sonntagmorgen rief Pfarrerin Sylke Klingner dazu auf, Vielfalt zu leben, fröhlich und friedlich zu sein. Das war eine gute Einleitung zum Tag der Vereine. An neun Stationen im Dorf gab es viel zu erleben. Zu Gast waren auch Vogteier aus Oberdorla und Langula, allen voran die Ortschaftsbürgermeister Ronny Karmrodt und Thomas Golebniak. Auch der Bürgermeister der gesamten Vogtei Winfried Bötticher kam mit seiner Eva vorbei. “Es ist immer wieder beeindruckend zu erleben, wie aus einer Idee Wirklichkeit wird”, sagte Wolfgang Zeng, der den Tag der Vereine mit vorbereitete.

Auf dem Anger tanzten die Line-Dancer und es gab Kaffee und Kuchen von der Volkssolidarität. Im Jugendheim hielt der Freundeskreis Alte Orgel Flohmarkt zu Gunsten der kürzlich renovierten Orgel. Diese Orgel erklang bei zwei Konzerten des Gesangvereins in der Kirche. Zu Anfang boten die Sängerinnen und Sänger das Lied „Die Welt ist voller Lieder“. Zum Konzert sagte Viola Koppe, die den Chor leitet: “Die Konzerte waren gut besucht. Bei einigen Stücken sang der Chor zur Musik der großen Orgel.” Peter Koppe spielte die Orgel. Er bot Musik aus der Epoche des Barock, der Klassik und der Romantik. Die Niederdorlaer große Orgel stammt aus der Zeit der Romantik.

Für Doris Schulz vom Freundeskreis Alte Orgel war der Flohmarkt eine frohe Begegnung mit den Menschen. “Es wurde viel gekauft und alles war völlig entspannt und schön”, sagt Schulz. Mit den Einkünften sind die Orgelfreunde zufrieden. Sie sind ihrem Motto wieder gerecht geworden. Sie wollen für die Spenden etwas bieten. Manche Besucher des Flohmarktes kamen dreimal wieder. Einige erkannten bei anderen die eigenen Trödelspenden. “Die Sachen wandern”, sagt Doris Schulz dazu. An drei Abenden wurden Spenden für den Flohmarkt entgegengenommen. Was übrig blieb, wurde an ein gemeinnütziges Kaufhaus gegeben.

Auf dem Festplatz präsentierten die Feuerwehren von Oberdorla und Niederdorla ihre Technik. Sie zeigten das richtige Verhalten bei Bränden im Haushalt. Jana Fett moderierte. Das Rote Kreuz (DRK) startete mit Erfolg die Aktion Rote Hände. Mit roter Farbe konnte jeder seinen Handabdruck hinterlassen. „Die Aktion geht gegen Kindersoldaten“ sagt Maria Müller. Die Abdrücke der roten Hände werden der Bundespolitik überreicht, zum Tag der Kinderrechte am 22. November. Fast 60 Festgäste haben mitgemacht. Ihre neuesten Fahrzeuge und Dienstkleidung zeigten stolz die Mitglieder des DRK.

Märchenhaft ging es zu im Garten von Urte und Alexander Görmar. Jede halbe Stunde erzählte Urte insgesamt fünf Märchen, jeweils zu einem Baum im Garten: Birne, Erle, Holunder, Apfel und Linde. Die Besucher konnten Suppe, Getränke und Kuchen mit Kräutern probieren. „Wir freuen uns über die vielen Helfer und Gäste“, sagt Urte. “Es war einfach nur schön”, sagte ein Besucher.

Deftiges zu essen gab es bei Familie Nöthling. Pfälzer Saumagen und Wein aus der Partnergemeinde Weisenheim am Berg in der Pfalz gab es auf dem Hof. Das Ehepaar Lindenblatt hatte 300 Scheiben Saumagen mitgebracht, direkt vom Metzger aus dem Ort. Dazu gab es in Niederdorla Sauerkraut von der heimischen Konservenfabrik. „Die Variante das Kraut zum Saumagen ins Brötchen zu tun, ist Saumagen Niederdorlaer Art“, lachte der Pfälzer Klaus Lindenblatt. In seiner Heimat gibt es Kraut zum Saumagen nur auf dem Teller. Familie Nöthling hatte ihre Heimatstube geöffnet. Sie wurde gut besucht auch von Vogteiern aus allen drei Dörfern. Langulaer und Oberdorlaer waren gern Gäste oder halfen mit.

Der Schützenverein präsentierte sich bei der Scheune der Familie Adam. „Es ist ein gemütliches Beisammensein und ein Kommen und Gehen“, sagt Oliver S. Adam.

Zum Ausklang am Sonntagabend gaben heimische Musiker in der Gartenschenke ein Platzkonzert mit fröhlicher Blasmusik zum Bier. Es spielte “Bobbys Telefon-Orchester” sagte Jörg “Bobby” Wendemuth. Er hatte die Musiker zusammen-telefoniert. “Es hat allen Spaß gemacht. Das Konzert ist gut angenommen worden”, meinte Jörg Wendemuth. Der Platz vor der Gartenschänke war voller begeisterter Zuhörer. Etwa 150 waren dabei. Gespielt wurde böhmische Blasmusik von Ernst Mosch, auch der Evergreen “Rauschende Birken”.

“Am Tag der Vereine wollten die Niederdorlaer sich selbst und anderen zeigen: In Niederdorla ist was los! Auch einzelne Bürger bringen sich ein”, sagte Wolfgang Zeng. Aus allen drei Vogteidörfern kamen Menschen zusammen, um gemeinsam zu feiern.

Am Samstag starteten zum 7. Triathlon andersrum am Mittelpunkt dreizehn Mannschaften vor etwa 300 Zuschauern. Zu jedem Team gehören drei Sportler. Einer schwimmt 600 Meter, einer läuft 4,5 Kilometer und ein dritter radelt 16,5 Kilometer. Der Triathlon begann im See am Opfermoor. Zwei Frauen-Teams, vier gemischte Teams und neun Männer-Mannschaften gingen an den Start. “Die Gesamtzahl der Teams ist ein gutes Mittel mit Tendenz aufwärts”, freut sich der sportliche Leiter Erhard Klaus vom 1. Schwimmverein SGK Mühlhausen. Im vergangenen Jahr traten zwölf Mannschaften an. Von Anfang an betreut der Verein sportlich-organisatorisch den Wettbewerb. Bei Bedarf wird auch mal ein Schimmer “verliehen”.

Gewinner war das männliche Team “Drei mal P”. Mit 53,58 Minuten blieben Dominik Porzelt, Janes Porzelt und Marius Pfaff sensationell unter einer Stunde. Startnummer 99 hatte das schnellste Frauen-Team Energuido. Sie schafften den Triathlon als elftes Team in der lustigen Zeit 1:11,11 Stunden. Beim schnellsten gemischten Team, dem Grillsportverein, zeigte die Stoppuhr 01:00:57. Sponsoren der Gewinne waren Unternehmen aus der Region. Das ist dem Ortschaftsbürgermeister Eberhard Schill (SPD) wichtig. Der Radler des schnellsten Teams Dominik Porzelt dankte bei der Siegerehrung für die “Super” Veranstaltung. “Ohne den Schwimmsportverein, die Feuerwehr und das Rote Kreuz und viele andere Ehrenamtler wäre das nicht möglich gewesen”, sagte Bürgermeister Schill. Die Startgelder sollen den Schwimmverein für die Sanierung des Mühlhäuser Freibads unterstützen. Sechs Mannschaften kämpften beim Beachvolleyballturnier des Mühlhäuser Volleyball Vereins um den Sieg. Es gewann die 1. Mannschaft des Vereins.

Michael Zeng