Fernsehteam des MDR ist in der Vogtei unterwegs (TA)

Heimatmuseum Langula, Opfermoor in Niederdorla, Probstmühle Oberdorla und Grenzhaus Heyerode als Stationen

Landkreis. Die von ihren Vorfahren überlieferten und mitunter recht eigenwillig klingenden Koch- und Backspezialitäten aus den Langula erläuterten Heike Conrad, die Vorsitzende des Heimatvereins, und Ortschronist Armin Walter jetzt einem Fernsehteam aus Erfurt. Dieses hatte am Donnerstag im dortigen Heimatmuseum aufgeschlagen.

Die Moderatorin Steffi Peltzer-Büssow war nämlich für eine neue Folge von „Unterwegs in Thüringen“ in den altehrwürdigen Gemäuer neben der Dorfkirche zu Gast. Immerhin soll in dem Vorgängerbau des heutigen Museum im Jahre 1707 einmal auch der junge Musiker und Komponist Johann Sebastian Bach während seiner Mühlhäuser Zeit genächtigt haben.

Rund um Deutschlands Mittelpunkt unterwegs

Für die Folge „Unterwegs in der Vogtei“ hätten sich eine Fülle von Stationen und Sehenswürdigkeiten in Oberdorla, Niederdorla und Langula angeboten, so dass man sich auf einen Querschnitt und hier und da auf relativ kurze Sequenzen beschränken musste, bedauerte die Fernsehmoderatorin gegenüber unserer Zeitung. Auch dem KunstmalerKarl-Heinz Vogeley, der seit 30 Jahren sein Atelier im Grenzhaus Heyerode auf dem Plateau des Hainichs und im Vogteier Gebiet hat, wurde ein Abstecher gewidmet.

Ein Besuch gilt während der mehrtägigen Dreharbeiten am morgigen Sonntag der frisch restaurierte Probstmühle in Oberdorla und das Opfermoormuseum bei Niederdorla. Dort erfahren die Besucher vom Glauben der früheren „Vogtianer“, woher in der Vogtei die Kinder kommen und welche Bedeutung manche Bäume haben.

Steffi Peltzer-Büssow findet wahre Charakterbäume – knorrig alt und mächtig, mit der „Wacholdertrifft“ eine Baumlandschaft, die sie in der Vogtei nicht erwartet hatte und bei der „Laubgenossenschaft“ Menschen, die im Hainich uralte Traditionen pflegen. Und bei so vielen Traditionen, magischen Orten und schmeichelnder Landschaft trifft sie auch inOberdorla ein polnisches Künstlerehepaar, das von der Vogtei ganz verzaubert ist.

Vor allem aber fing das Fernsehteam Impressionen rund um den MittelpunktDeutschlands ein. Seit 300 Jahren ist in eine sanfte, hügeligen Landschaft eingebettete der Terrain den Göttern geweiht. Warum, weiß keiner mehr genau. Für weitere 900 Jahre werden die Menschen am Opfermoor die Götter um Beistand bitten. Bis die Franken das Land erobern und christianisieren. Trotzdem bleibt der Ort in der Vogtei bis ins Heute ein ganz besonderer. Nicht nur, weil Archäologen die alten Kultstätten ausgraben konnten.

Reiner Schmalzl 22.08.15 TA