NCC: Wieder Premieren und Traditionen

“Links, rechts, vor, zurück” mit diesem Motto veralberte der Niederdorlaer Carneval Club (NCC) die Thüringer Landespolitik nach der Landtagswahl 2014. Das Bühnenbild von Alexander Neubauer zeigte die SPD als Esel zwischen der ehemaligen Ministerpräsidentin Lieberknecht und dem neuen Landeschef Ramelow. Als närrische Majestäten des NCC regierten ihr Narrenvolk Prinz Jörg “Bobby” Wendemuth und Prizessin Nicole Ludwig. Durchs Programm führte Jens Ackermann. An sechs Tagen macht der NCC Programm, am siebenten wird sich selbst gefeiert. Dann ist Rosenmontag im Landhotel! Dann ist was los. Viele Gäste wissen das zu schätzen.

Das Damenballett des NCC 2015

(Foto: Das Damenballett des NCC. 2015 als Boxenluder.)

Nach allen politischen Seiten wurden Spitzen verteilt. Besonders von den Alten Kameraden: Luis Klemm, Franz Ludwig und Lukas Götz. An einem Abend war Hansi Böhm ein alter Kamerad. Cool sprang er ein, als ein Kamerad krank war.

Dazu zündete der NCC wieder sein Feuerwerk voll tollem Tanz und handgemachter Musik. Die vielen Witze über und unter der Gürtellinie sorgten für Dauerlachen und Gejohle, wenn´s derb war. Fast fünf Stunden knallte das Programm mit zwei Garden, dem Teenie-Ballett, dem Damenballett.

Dazu schallte viel Musik in spaßigen Formationen wie dem Trio zu acht und dem Duo Sowieso zu dritt. Das Duo Sowieso mit Marko Ludwig, Michael Schulz und Bobby Wendemuth verband alles, was Spaß macht: lustige Kostüme, Dia-Show, Schauspiel, Musik und Gesang. Sie reisten von Niederdorla nach China und zurück. “Lola” fuhr den Trecker! Höhepunkt war das Aufblasen eines Kondoms mit einer Trompete. Das will gekonnt sein. Michael Schulz konnte es.

Das Trio zu acht zog durch den Saal auf die Bühne und brachte den alten Hit “Fasching ist die schönste Zeit” vom alten NCC-Helden Sigmar Zenge wieder zu Gehör. Wieder gelang dem NCC, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verbinden. Der Verein ist ein eigenes Universum.

Fester Bestandteil sind immer auch Videos wie lustige Außendrehs und närrische Werbespots von Frank Scholz. So wurde die Panikmache veralbert, die LINKEN würden eine neue Mauer aufbauen wollen.

Vom NCC Sommertheater schaute Oma Hilde (Robert Lauberbach) vorbei, genial mit Pfleger Kai (Sven Ludwig). Großes Hallo im Saal! Für einen Sketch in der Schule hatte “Lehrer” Ludwig seinen Sohn Marlon (8) und dessen Kumpel Julius (9) mit dabei. Der stolze Vater reimt sogar gegenüber Journalisten: “Ich sag´s dir ohne Schitt, ich hoffe, mein Sohn steht noch viele Jahre mit mir in der Bütt.” Das Publikum hofft auch!

Natürlich fehlten auch nicht Dick und Doof alias Torsten Böhm und Ronny Stollberg. Diesmal sorgten beide NCC-Recken für Schenkelklopfer als Offizier und Soldat der Bundeswehr. „Bobby“ und Partnerin Andrea Hubold verulkten wieder den Ehe-Alltag.

Und das legendäre Tanzmariechen? Der NCC wäre nicht der NCC, würde er nicht Premieren bieten und alte Jubiläen feiern. Eigentlich wollte Natalie Pickel nach elf Jahren kein Tanzmariechen mehr sein. Die Bühne lockte jedoch. Aber: Dreispitz und Rüschenrock war gestern. Heute sind Tanzmariechen cool. Blaue Haare, eis-coole Brille und Crazy-Musik sind zeitgemäß. Alle merkten: Natalie kann´s. Sie tanzte nach “A little Party” von Fergie. Toll war, im Hintergrund verulkten die Alten Kameraden und Anika vom Damenballett die Hintergrund-Tänzer bei Shows.

Eigentlich können es alle im NCC. Es ist eben der NCC! Alle Mitglieder sind aktiv. Alle beteiligen sich am Programm. Das schweißt zusammen und ist anders, als bei Vereinen, bei denen der Elferrat die ganze Zeit auf der Bühne sitzt. Dazu kommt: Die NCC-Könner sind Meister im Improvisieren. Kleine Schnitzer werden in den Auftritt eingebunden und ein eigener Brüller. Das kann nur, wer´s kann.

Die Damen des Balletts trugen diesmal als Boxenluder enge rote und schwarze Overalls in Lederoptik. Viele Männer mussten das Jackett ausziehen, so schwül war´s plötzlich im Landhotel am Mittelpunkt. Das Teenie-Ballett ist dem sagenhaften Damenballett ganz hart auf den Fersen. Der Tanzklassiker “With Umbrella” mit Regenschirmen und Stühlen war genial.  Beim NCC wachsen die Mädchen von der Garde Grün-Weiß in die Garde Rot-Weiß und von dort ins Teenie- und später ins Damenballett. Die jüngsten Mädchen in der grün-weißen Garde sind vier und fünf Jahre alt. Mit der rot-weißen Garde tanzen in diesem Jahr 17 Mädchen auf der Bühne - Rekord! Die Bühne ist nur so groß wie ein mittleres Wohnzimmer. Beide Garden trainiert Julia Rauch. Hut ab!

Gern kam eine Delegation vom Partnerverein aus Reichensachsen in Hessen. Seit genau 25 Jahren besteht die Beziehung. Damals war eine lustige Truppe vom NCC mit Akkordeon und Helau in die hessische Vorstandsitzung geplatzt. Aus diesem Remmidemmi entstand eine Freundschaft mit gegenseitigen Besuchen und Wandertagen. In Reichensachsen sind in diesem Jahr ein paar Festsitzungen ausgefallen. Die Hessen kamen nach Niederdorla, um Faschingstimmung zu tanken. Am ersten Freitag traten die Lady-Knacker auf. Das ist ein lustiger Männerchor. Ein bisschen waren sie ja außer Atem vom vielen Schenkelklopfen und Staunen über das Programm der Niederdorlaer.

Zurück zum NCC: Beim Musizieren und beim Tanzen haben geschulte Künstler und Laien gemeinsam Spaß. Das bringt in Form und erzeugt Höchstleistungen. Das lässt das Publikum toben. Das Zugabe-Brüllen ist Standard. Professionell war wieder die “echte” Begleitband Yellow. Die Band wird in das Programm eingebunden. Band und Akteure auf der Bühne spielen sich die Bälle zu. Und live ist eben live! Da kommt kein Tonband dran.

Die A-cappella-Gruppe Taktlos trat als ihre eigene Vorband auf und als sie selbst. Am besten macht man eben alles selbst. Dann wird´s was! Wie immer toll!

Durch das Programm führte Jens Ackermann, auch er ein Profi mit Profil. Er war gleichzeitig Ansager, Akteur in Sketchen und Reporter in den Außendrehs.

Das Männerballett verulkte in diesem Jahr den Auftritt der Fußballweltmeister auf der Berliner Fanmeile am Brandenburger Tor und das Theater um Uli Hoeneß.

NCC-Informierte wissen: Der innere Zusammenhalt und die gegenseitige Achtung vom Kassierer bis zum Superstar, vom Techniker über die Bühnenarbeiter, dem Küchendienst und der Maske bis zum Präsidenten - das sind die Stärken dieses großartigen Vereins. Dessen Motto lebt: “Wir sind alle eine Familie!” Weiter so! Hut ab und Narrenkappe auf!

Michael Zeng (Text und Foto)