Wintersonnenwende wurde am Opfermoor Vogtei gefeiert (TA)

Vogtei. Am Opfermoor wurde am Sonntag wieder die Wintersonnenwende begangen. Höhepunkt waren das große Feuer und zum vierten Mal eine Führung durch die Kultstätten. Dazu kam Musik und Tanz und viele Rituale, bei denen alle mitmachen konnten.

Wintersonnenwende 2014

(Foto: Die Nationalparkführerinnen Susanne Merten, links, und Stephanie Hellmann nehmen den "Germanen" Sven Grosset in die Mitte.)

Die Nationalparkführerinnen Susanne Merten und Stephanie Hellmann erzählten von der Bedeutung der letzten Nächte des Jahres für unsere Vorfahren und die damit verbundenen Bräuche. Hellmann führte die Kinder, Merten die Erwachsenen.


Noch heute waschen ja viele Menschen keine Wäsche zwischen Weihnachten und Neujahr. Für unsere Altvorderen waren das die Raunächte. Unsere Vorfahren suchten innere Ruhe und sorgten in Haus und Hof für Ordnung. Nur draußen durfte Krach gemacht werden. Bis heute wird es Silvester laut.


Eine besondere Bedeutung hatte der Wacholder in der Zeit des Jahreswechsels. Seine Wirkstoffe versorgten unsere Vorfahren mit Vitaminen und stärkten ihre Abwehrkräfte im Winter.


"Rituale und Bräuche sind unsere Wurzeln in der Zeit, sie verbinden uns mit den Generationen, die vor uns unsere Gegend bevölkerten", erklärt Mertens. Von 600 vor Christus bis 600 nach Christus war das Opfermoor ein Ort für heidnische Kultstätten. "Auch heute noch können wir aus alten Geschichten Kraft schöpfen", meint Merten. Als Märchen hatte sie die Geschichte von den Schwanenkindern ausgesucht.
Gegen Ende der Führung verteilte Susanne Merten an jeden Teilnehmer einen Brief mit weisen Sprüchen und einer Überraschung. Am Schluss trafen sich alle am großen Feuer. Zu Beginn der Feier war es entzündet worden. Nach der Führung loderte es lichterloh. Die Wintersonnenwende klang aus mit Musik und Ringtänzen um das Feuer.


Für Anke und Uwe Kleinschmidt aus Niederdorla ist die Wintersonnenwende am Opfermoor etwas anderes als das übliche Geschehen in der Vorweihnachtszeit. "Wir bekommen hier eine andere Sichtweise auf den Jahreswechsel als üblich", erklärt Anke Kleinschmidt. Das Team vom Opfermoor wurde verstärkt durch die Germanengruppe Eikthyrnir, die Nationalparkführerinnen Susanne Merten und Stephanie Hellmann, Tänzerin Manuela D'Amigo, Musiker Axel Wöllner und andere. Die Kräuterfrau vom Opfermoor, Ines Welsch, teilte ihr Wissen und bot Leckeres und Nützliches aus der Natur. Für das leibliche Wohl sorgten der Freundeskreis Opfermoor. Neues berichtete Wolfgang Zeng vom Förderkreis Opfermoor. "Heute war Premiere für unsere neue Küche im Container neben der überdachten Fläche." Die moderne Einrichtung wurde vom Förderkreis finanziert und eingerichtet. Das kommt allen zugute.


Michael Zeng / 22.12.14 / TA