Niederdorla (Unstrut-Hainich-Kreis). Liederabend mit zwei Chören und einem Liedermacher in Niederdorla begeisterte das Publikum.

Niederdorla (Unstrut-Hainich-Kreis). Liederabend mit zwei Chören und einem Liedermacher in Niederdorla begeisterte das Publikum. (TA)

"Bereits Mitte vergangener Woche waren die Karten ausverkauft", sagte Uwe Kleinschmidt. Der Vorsitzende des Gesangvereins Niederdorla freute sich darüber, dass auch der 13. Liederabend "seines" gemischten Chors im "Landhotel am Mittelpunkt" wieder so großen Anklang gefunden hatte.


Wie jedes Jahr habe man mit dem Männerchor Langula wieder einen Männergesangverein als Gastchor gewinnen können. "Als Kontrast zum gemischten Chor", erklärte Kleinschmidt. Mit 35 seiner 45 Mitglieder machte der den Anfang des gut dreistündigen Liederabends. Musikalisch wurde den etwa 160 Gästen die Hand gereicht und auf die Melodie von "Morning has broken" wurde mit der Begründung "Singen ist Leben, Singen ist Freude" in die wöchentliche Singstunde des Vereins am Montagabend um 20 Uhr ins Vereinshaus eingeladen. "Ein Volkslied muss sein", zitierte Angelika Schlaffke die Chorleiterin Viola Koppe.


Ergreifend schön und nur unterbrochen durch den lustigen "Zottelmarsch" sang der Chor mit Friedrich Silchers "Ännchen von Tharau" und "Ins Herz gezwickt" von Johannes Brahms an diesem Abend sogar zwei Volkslieder. Mit viel Hingabe sang der Niederdorlaer Chor, der schon auf eine 153-jährige Geschichte zurückblicken kann, "The Drunken Sailor". Und einen Liebesgruß durchs Telefon nach einem Song des New Yorker Komponisten Joseph E. Howard. Das Lied verbreitete den Charme der Pionierzeit des Telefons im Publikum. Das afrikanische Lied "Ruka ruka" zum Klang der Trommel und die Zugabe "Marmor, Stein und Eisen bricht", stellten unter Beweis, dass das Singen auch für die Männerstimmen im Gesangsverein Niederdorla durchaus attraktiv sein kann.


Musikalische Reise durch den Süden


Vom Gastchor, dem reinen Männerchor Langula, der spontan für den verhinderten Stadtchor Bad Langensalza eingesprungen war, schmetterten immerhin 18 der 28 Sänger immer wieder gern gehörte Klassiker des Männerchorgesangs ins Publikum. Mit "Bella, bella Catania", dem "Slowenischen Ständchen", "Mala Moja", dem "Chianti-Lied" und anderen, unternahmen sie eine musikalische Reise durch den Süden. Viel Applaus erhielten sie für das wohl bekannteste Lied der Berge, "La Montanara". Im Solopart überzeugten die beiden Tenöre Gerd Breitbarth und Christopher Perz. Das sehr gefühlvoll und voller Sehnsucht gesungene dalmatinische Volkslied "Mala Moja" wurde vom Publikum mitgeklatscht und mitgesungen.


Ganz still wurde es beim provencalischen Schifferlied und beim Lied "Bajazzo" aus der Oper "La Bohème" von Pucchini. Über den letzten vom Chor gesungenen Vers "Schöne Marika, ich hab Dich so lieb!" begeisterten sich vor allem die Frauen im Saal.


Gemeinsam mit dem Frauenchor wird der Männerchor Langula am 4. Adventssonntag um 17 Uhr in der Georgskirche des kleinsten der drei Vogteidörfer zu hören sein.
Den humorvollen Schluss des Liederabends am Samstag übernahm der hessische Liedermacher Thomas Koppe.


Michael Fiegle / 28.10.14 / TA