Großer Traum: Über Russland mit dem Ballon fahren

Vogteier Ballonfahrer Matthias Zenge im Interview der Thüringer Allgemeinen

Matthias Zenge bereitet Ballonstart vor

Foto: Matthias Zenge bereitet einen Ballonstrat vor. Zuerst muss der Ballon mit heißer Luft gefüllt werden. Dabei hilft ein Brenner und ein starkes Gebläse und oft freiwillige Helfer.

Seit mehr als 14 Jahren fährt der 55-Jährige mit seinem Ballon in den Lüften. Der selbständige Dachdeckermeister hatte zum 40. Geburtstag von seiner Frau Annett eine Ballonfahrt geschenkt bekommen. Doch schon bei dieser Fahrt war er so fasziniert dahin zu schweben über der Landschaft. Er spricht von dem Gefühl der Freiheit, alles von oben im Blick zu haben. Bald danach hatte er sich in einer Schule angemeldet, um das Fahren professionell zu lernen. Mittlerweile fährt er bis zu 70 Mal im Jahr. Seine berufliche Selbständigkeit will er aber nicht aufgeben.

Im vorigen Jahr hatte er mit der weitesten Fahrt eines Deutschen seit 1914 sein Können gezeigt. Bis in den Süden Spaniens war er gefahren. Damit hatte er sich für die Weltmeisterschaft 2018 qualifiziert. Sie wird im September in der Schweiz stattfinden.

Doch dafür haben sich noch viele andere Mannschaften gemeldet. Nur die drei Besten jedes Landes dürfen mitmachen. Sieger ist der Ballon, der in Luftlinie am weitesten vom Startort Bern ankommt. Die Siegerehrung ist dann wieder in Bern. Über Albanien und die Ukraine darf man aber nicht fahren, so dass man schon gut aufpassen muss. Auch in großen Höhen ist das Fahren schwieriger. Zusätzliche Brenner müssen für mehr Heißluft sorgen. Für die Menschen ist die Kälte in mehreren Tausend Metern Höhe nur mit einem Daunenanzug gut zu überstehen. Am schlimmsten und gefährlichsten aber sind Gewitter auch ohne Blitz. Matthias Zenges größter Traum wäre, einmal über Russland zu fahren. Doch wegen der politischen Situation ist dies momentan schwierig.

Im Sommer findet wieder ein Jugendsommercamp für statt. In Laucha an der Unstrut können junge Leute das Ballonfahren lernen.