Marktmühle in Oberdorla eröffnet (TA)

Nach nur knapp elf Monaten der Sanierung wurde am Freitagnachmittag die Einweihung als Erlebnisgasthof gefeiert

Oberdorla. Das Gasthaus war zum ersten Mal komplett gefüllt. Und wie es sich für einen Brauereigasthof gehört, floss auch der Gerstensaft. Freitagnachmittag wurde der „Brauereigasthof Marktmühle“ in Oberdorla eröffnet. Da waren die ersten Gästebetten in den elf Doppelzimmern schon belegt. René Stephan (34) hat mit seiner Familie innerhalb von nicht einmal elf Monaten die historische Mühle saniert. „Am 1. Dezember vor genau einem Jahr haben wir die Mühle ersteigert. Einen Schlüssel gab es nicht. Um nach der Ersteigerung überhaupt das erste Mal hinein zu kommen, mussten wir die Tür aufflexen – mit in der Nachbarten geborgtem Strom“, erinnerte am Freitag René Stephans Vater Udo. Dass es so schnell geht und – von einem durch die Untere Denkmalschutzbehörde verhängten Baustopp abgesehen – auch nahezu reibungslos, das hätten viele nicht für möglich gehalten, so René Stephan.

Freitagmittag, kurz bevor die ersten Eröffnungs-Gäste kamen, war das Haus dann fertig – zumindest innen. Bleibt das Wetter mild, dann hofft man, auch draußen noch ein gehöriges Stück voranzukommen mit der Gestaltung von Terrasse, Biergarten, Fassade und Parkflächen. An der Marktmühle, direkt am Siebenmühlenbach, soll nächstes Jahr auch geheiratet werden können. Die Liebe zum Bierbrauen hat der gelernte Kartograph Stephan flussaufwärts in der Probstmühle gefunden; dort war er der erste ehrenamtliche Braumeister – noch vor seiner Ausbildung zum Bier-Sommelier. Dass der Brauereigasthof für die Region von großer Bedeutung sein kann, machte Anne-Katrin Ibarra Wong vom Tourismusverband Welterberegion Wartburg-Hainich deutlich; dort ist Stephan Mitglied. Der Gasthof sei eine Riesenbereicherung. „Solch exklusive Angebote einer Erlebnisgastronomie verbunden mit einer Herberge sind noch zu selten“, sagte sie.

Claudia Bachmann / 27.11.15 / TA