Übergangsjahr für die Leader-Projekte im Unstrut-Hainich-Kreis

Körner (Unstrut-Hainich-Kreis). Weil die Förderperiode wechselt, sucht die Regionale Arbeitsgruppe (RAG) nach neuen Wegen für die Zwischenfinanzierung. / 22.12.14 / TA

Im Jahr 2015 werden deutlich weniger Projekte aus dem "Leader"-Programm für den ländlichen Raum von der Regionalen Aktionsgruppe Unstrut-Hainich - kurz RAG - unterstützt werden können. Der Grund: Die aktuelle Förderperiode endet mit diesem Jahr, dann beginnt die neue, bis 2022 reichende. Dennoch wird es nicht nahtlos weitergehen.


Es werde, sagt der RAG-Verantwortliche für den Landkreis, Matthias Niebuhr, eine Übergangsphase geben. Er rechnet mit etwa zehn Monaten, in der der Verein nicht wie gewohnt die Fördermittel erhält, um seine Geschäftsstelle zu betreiben und das Management zu bezahlen. Erst wenn die Entwicklungsstrategie bestätigt ist, werde man wie gewohnt arbeiten können. "Wir haben uns mit einem Spendenaufruf an alle gewandt, die von den Leader-Zuwendungen profitiert haben", sagt Vereinsvorsitzender Rüdiger Meyer.


Mehr als 120 Projekte wurden unterstützt


So spendete am Wochenende das Architekturbüro Ohl aus Grabe 500 Euro. "Uns ist es wichtig, dass in der Region über unsere Projekte entscheiden wird und nicht im fernen Berlin", sagt Reinhard Ohl.
Laut Niebuhr ist es das Ziel, 5000 bis 7000 Euro auf diesem Weg zu akquirieren. Zwischen 2007 und 2014 sind fünfeinhalb Millionen Euro Fördermittel über "Leader" allein in den ländlichen Raum des Unstrut-Hainich-Kreises geflossen.


Jüngste Beispiele: der Um- und Ausbau des Hauses der Vereine in Bollstedt, die Schenke in Mehrstedt und der Kindergarten in Bothenheilingen.
Mit den Geldern der Europäischen Union wurden Gemeinschaftshäuser saniert, baufällige Scheunen und Schandflecke in den Orten abgerissen und ländliche Wege gebaut. Mehr als 120 Projekte seien in den vergangenen Jahren umgesetzt worden,


Profitiert, so Meyer, hätten vor allem die Region Kirchheilingen und Körner, aber auch die Vogtei und das Südeichsfeld. "An den Grenzen des Landkreises - so in Aschara - scheinen die Vorteile des Leader-Programmes dagegen weniger bekannt", weiß er zu erzählen.


Für das Jahr 2015 liegen etwa zwei Dutzend Anträge auf Fördermittel auf Niebuhrs Schreibtisch. Aufgrund der Übergangsphase wird davon nur das Allerwenigste in den kommenden zwölf Monaten realisiert. "Wir bereiten uns auf ein projekt- und arbeitsreiches Jahr 2016 vor", meint Rüdiger Meyer.


Claudia Bachmann / 22.12.14 / TA