Vogtei diskutiert übers Wappen (TA)

Entscheidung wurde in den Herbst vertagt. Ursprüngliche Variante scheint in der Gunst vorn zu liegen

Wappen der VogteiVogtei. Gemeinderäte und Besucher fühlten sich erinnert an die Debatte um das Logo fürMühlhausen. So auf den ersten Blick sprang der Funke der Sympathie nicht über als es um die Suchen nach einem Identifikation stiftenden Wappen ging.

Anderthalb Jahre lang hatte das Hauptstaatsarchiv geprüft, ob der von der Landgemeinde Vogtei eingereichte Entwurf den Vorgaben, die an ein Wappen gestellt werden, erfüllt. Bisher hatten nur die drei Orte innerhalb der Landgemeinde, Oberdorla, Langula undNiederdorla, ein Wappen; eines für das neue politische Gebilde aber fehlte.

Jetzt kam das Ergebnis: Mit kleineren Änderungswünschen, die das Staatsarchiv aber nicht zu Bedingungen machen wollte, kann das Wappen genutzt werden. Was eigentlich nur als ein schneller Tagesordnungspunkt schien, wurde dann doch von den Gemeinderäten eifrig diskutiert. Kein Wunder: Exakt vor zwei Jahren hatte sich der Gemeinderat letztmals intensiv mit diesem Thema befasst, im August 2013. Marco Groß (FDP) stellte die – provokative – Frage: Was stellt das eigentlich dar?

Bürgermeister Winfried Bötticher (SPD), der den Entwurf eines regionalen Künstlers präsentierte, blieb in der Argumentation nur ein dünnes: „Das liegt im Auge des Betrachters“.

Und natürlich blieb der Seitenhieb in Richtung Mühlhausen nicht aus: „Schöner als das neue Mühlhäuser Logo ist es allemal“, witzelte einer der Räte.

Dennoch war man unsicher: Sollen es Kleeblätter sein oder Lindenblüten? Warum entwachsen die einem grünen Hügel und nicht brauner Erde? Die Fragen bleiben. Groß‘ Vorschlag, das Thema zu vertagen und die Entwürfe noch einmal zu diskutieren, wurde angenommen. Diskutiert wird nicht nur die Form der Pflanze, sondern auch, ob man denn den Hintergrund nicht statt silbern golden gestalten ist, so wie in den bisherigen Wappen von Ober- und Niederdorla. Michael Zeng, Historiker mit Wurzeln in der Vogtei, hatte sich in der Vergangenheit mit dem Thema befasst und das älteste gefundene Wappen der Gemeinde Langula aus der Mitte des 18. Jahrhundert – das zeigt drei Kleeblätter, die aus einer gemeinsamen Wurzel hervorgegangen und miteinander verschlungen sind – als Vorlage für das neue favorisiert. Kleeblätter seien im Gegensatz zum häufig verwendetenEichenlaub das älteste Zeichen der Vogtei.

Claudia Bachmann / 13.08.15 / TA
KOMMENTAR VON MICHAEL ZENG
Klee aus der VogteiLeider war ich nicht eingeladen, als in der Sitzung des Gemeinderates über meinen Wappenentwurf diskutiert wurde.
Deshalb gebe ich die Antworten auf die offenen Fragen nun auf Facebook und auf www.Vogteizeitung.de Ich freue mich aber, weil mein Entwurf Zustimmung fand.
Für Wappen gelten die heraldischen Regeln. Heraldisch kommt von Herold. Das waren im Mittelalter Männer, die Wappen kennen mussten, um schon von Weitem sehen zu können, wer zu Besuch kam, ob Freund oder Feind. Herolde stellten auch die Regeln auf, wie Wappen gestaltet werden. Die Wappenkunde heißt deshalb Heraldik. Für echte Wappen gelten heraldische Regeln. Die Heraldik kennt nur bestimmte Farben, die für Wappen verwendet werden. Das sind Blau, Rot, Purpur, Schwarz und Grün. Dazu kommen die Metalle Silber (Weiß) und Gold (Gelb).
Das älteste gefundene Vogteier Wappen liegt nur als Siegel vor in rotem Siegellack. Daraus habe ich das neue Vogteier Wappen entworfen. Zuerst wuchsen die Kleeblätter aus einem schwarzen Hügel. Das wirkte sehr dunkel und schwer. Deshalb änderte ich die Farbe des „Berges“ in grün. Braun ist keine heraldische Farbe. Und eine andere heraldische Farbe macht noch weniger Sinn für den Berg aus dem die Kleeblätter wachsen. Gut, die Kleeblätter könnten ovaler sein. Als Vorbild habe ich den bei uns wachsenden Klee genommen, siehe Foto.
Michael Zeng, Historiker