Leere Kassen erlauben nur wenige Investitionen (TA)

Vogtei. Die Landgemeinde Vogtei wird am Montag, ab 19.30 Uhr, auf der Sitzung des Gemeinderates in der Schenke in Langula ihren Haushalt verabschieden. (TA)

„Es war äußerst schwierig, einen Haushaltsausgleich zu erreichen und noch die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt zu erwirtschaften“, fasst Torsten Hartmann zusammen; er leitet die Finanz- und Hauptverwaltung der Gemeinde. Deshalb wurden die meisten Ausgaben auf ein Mindestmaß reduziert. Auf rund 4,9 Millionen Euro beläuft sich der Verwaltungshaushalt. Dass sich die Vogtei nach wie vor vier Kindergärten leistet – sie sind auch alle fast komplett ausgebucht, schlägt mit knapp 1,5 Millionen Euro zu Buche. Ein Zuschussgeschäft ist auch das Ausstellung am Mittelpunkt und die Opfermooranlagen. Einnahmen von 53 000 Euro stehen Ausgaben in doppelter Höhe entgegen.


Ein Vermögenshaushalt von 600 000 Euro für drei große Dörfer klingt nach Schmalkost und ist es auch. Und die Kost wird noch schmaler, wenn man bedenkt, dass knapp ein Viertel davon für die Tilgung von Krediten benötigt wird.


Allzu viel leisten wird sich die Vogtei deshalb nicht. Was die Investitionen angeht, findet Bürgermeister Winfried Bötticher (SPD) klare Worte: „Wir machen fertig, was wir angefangen haben.“ Das heißt: Jene Bauvorhaben, die im vergangenen Jahr über die Dorferneuerung begonnen oder angeschoben wurden, werden weitergeführt – die Arbeiten an der Bahnhofstraße in Oberdorla, der Bau des Radweges auf dem Niederdorlaer Mühlgraben, die Sanierung der Schenke in Langula. Erst im kommenden Jahr und 2017 werden die Arbeiten in der Brauhausstraße in Oberdorla angegangen. Damit verbunden sein wird auch der Abriss des Eckgebäudes neben dem Haus Vogtei.


Doch zurück zum aktuellen Haushalt: Das dörfliche Leben soll unterstützt werden, trotz der Engpässe. 14 000 Euro spendiert man den Vereinen, für die Rentnerweihnachtsfeiern und das Kinderfest. Auch das ist weniger als 2014 und zeigt, wie wenig Spielraum vorhanden ist. Nicht zuletzt, weil – selbst mit dem Prozentwert des vergangenen Jahres gerechnet – mehr Kreisumlage zu zahlen ist, als vom Land als Schlüsselzuweisung in die Vogtei fließt. Was man sich leistet, leistet man sich vom eigenen Steueraufkommen. Trotzdem habe man, so Torsten Hartmann, den Haushalt nur rund bekommen, in dem 205 000 Euro der Rücklage entnommen wurden. Die wird – kommen keine außerplanmäßigen Ausgaben hinzu – rund 240 000 Euro betragen.


Ob der ohnehin minimale Spielraum noch enger wird, darüber will Hartmann nicht spekulieren. „Aber noch haben wir keine verbindlichen Zahlen zur Höhe der Kreisumlage, zu den Schlüsselzuweisungen, zum Steueraufkommen, ist offen, wie sich die Tarifverhandlungen für die Erzieherinnen im kommunalen Kindergarten auswirken.“


Claudia Bachmann / 26.03.15 / TA